Wölfe drehen erneut ein Spiel - 3:2-Heimsieg gegen Olimpija

Am Stephanstag beginnt traditionell die intensivste Hockeyzeit des Jahres mit einem wahren Spielemarathon. Den Auftakt bildet ein Heimspiel gegen die Sensationsmannschaft der Liga und den großen Rivalen der letzten Alps-Jahre, den NK Olimpija Ljubljana. Die Slowenen rangieren immer noch im Spitzenfeld (Platz 2) und kommen mit komplettem Lineup; im Tor erhält heute der Finne Paavo Holsa das Vertrauen. Bei den Wölfen fehlt Bardaro, an seiner Stelle läuft Andergassen in der Starting Six mit Harju und Carey auf.

Die ersten zehn Minuten verfliegen unspektakulär; die Teams tasten sich ab und riskieren nichts, es gibt mehr Icings als Torschüsse. Dann wird der HCP von Minute zu Minute stärker. Zuerst tankt sich Hanna mit viel Speed auf der rechten Seite durch, scheitert aber an Holsa (11.), wenig später gelingt Hannoun eine fast identische Aktion (13.). In der 14. Minute drischt Harju einen Onetimer knapp übers Tor, und dann ist es so weit: Mantinger bedient zentral Ikonen, dieser kommt im Slot frei zum Schuss, Holsa kann nur abprallen lassen, und der finnische Publikumsliebling drückt den Rebound zum 1:0 über die Linie (15. Minute). Gleich darauf erkennt das Schiedsrichterduo Nikolic/Virta zuerst ein Halten des gegnerischen Stocks von Carey, Sekunden später einen „Cross-Check“ von Caruso, und so müssen die Wölfe über eineinhalb Minuten in doppelter Unterzahl verteidigen. Dies gelingt wie so oft in dieser Saison hervorragend, und so geht es mit einer knappen Führung zum ersten Pausentee.

Der Start in den Mittelabschnitt verläuft dann suboptimal. Die Slowenen haben bei ihrer ersten Offensivaktion zu viel Zeit zum Kombinieren; Cimzar legt zurück auf Magovac und Olimpijas Nummer 92 trifft mit einem Schuss von der blauen Linie zum 1:1 (Minute 20:20). Wenig später dürfen auch die Wölfe zum ersten Mal ins Powerplay: dabei bombardieren sie den Kasten von Holsa mit 7-8 Schüssen aus kürzester Distanz, können den Schlussmann der Gäste aber nicht bezwingen. Im Gegenzug ist Koblar beinahe mit einem Shorthander erfolgreich. In der 30. Spielminute prüft Hannoun mit einem Gewaltschuss Holsa, ein Verteidiger kann auf der Linie klären. Einige wunderschöne Spielzüge bleiben in dieser Phase unbelohnt; auch ein weiteres Überzahlspiel können die Wölfe nicht in ein Tor ummünzen. Immer wieder tauchen die Wölfe in der Folge nach blitzschnell vorgetragenen Breaks vor dem Gästetor auf (u.a. mit Ivan Deluca und mit Mantinger), eine erneute Führung wäre längst verdient. Doch wenn man die Tore nicht schießt … In der 39. Minute verlieren die Schwarzgelben einen Puck an der Bande, Sodja bedient backhand den alleine auf Sholl zustürmenden Pance, und dieser zirkelt den Puck ins Kreuzeck – 1:2 nach 39 Minuten. Über 20 Torschüsse auf der Habenseite, aber 0:2 Gegentreffer, ein Mittelabschnitt der gemischten Gefühle endet nicht nach dem Geschmack der 1.800 in der Intercable Arena.

Im letzten Drittel merkt man den Wölfen an, dass sie dieses Spiel auf keinen Fall verlieren wollen. Auch wenn spielerisch nicht alles gelingt, laufen und kämpfen sie bis zum Umfallen und versuchen Druck zu machen. Ljubljana verteidigt aber clever und lässt keine großen Chancen zu. Die beste Möglichkeit in dieser Phase hat Stukel, der sich in der 46. Minute einmal mehr an Holsa die Zähne ausbeißt. Einem Treffer der Drachen im Getümmel vor Sholl verwehren die Schiris nach Videostudium die Anerkennung. Und so plätschert das Spiel langsam dem Ende entgegen, Sholl muss beim ein oder anderen Konter sein ganzes Können aufbieten. Dass diese Partie schlussendlich doch nicht verloren geht, ist der heute überragenden zweiten Linie zu verdanken. In der 58. Minute bedient Budish von hinter dem Tor Kristensen und dieser setzt den Schuss rechts halbhoch in die Maschen! 2:2, der lang ersehnte Ausgleich zwei Minuten vor Schluss. Doch dem nicht genug: beim nächsten Wechsel zieht Budish, MVP des Spiels, zentral ab, Holsa muss abprallen lassen und Mantinger versenkt den Rebound – 3:2 nach 59 Minuten, und die Intercable Arena steht Kopf!

Nach diesem tollen Fight folgen für die Wölfe zwei interessante Auswärtsbegegnungen, zuerst gegen Dornbirn (28. Dezember), dann im Tiroler Derby gegen Innsbruck (30. Dezember). Die nächsten Heimspiele in der Intercable Arena stehen am 2. Jänner (um 18:00 Uhr ist Salzburg zu Gast) und am 4. Jänner (um 19:45 Uhr gegen Dornbirn) an.

Daniel Weger

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