Ein historischer Tag heute in Bruneck: zum allerersten Mal bestreitet die Kampfmannschaft des HC Falkensteiner Pustertal ein Finalspiel in der Intercable Arena. Vor einer imposanten Kulisse wollen die Wölfe gegen die Graz 99ers natürlich unbedingt den Playoff-Heimnimbus verteidigen, was gegen den Meisterschaftsfavoriten kein leichtes Unterfangen wird. HCP Coach Jason Jaspers schickt dasselbe Aufgebot wie vor zwei Tagen in Graz aufs Eis, es fehlt erneut Alan Lobis. Bei den Gästen hütet wieder die nominelle Nr. 2 Nicolas Wieser das Tor, es fehlen Kilian Zündel und Chris Collins, dafür beordert Headcoach Dan Lacroix Jakob Lippitsch und Anders Koch ins Lineup der Steirer zurück.
Die Hausherren starten stark in die Partie und „klopfen“ bereits in der 2. Minute bei einem Schuss von Purdeller an den Außenpfosten, das Tor machen jedoch kurz darauf die Grazer: nach einem verunglückten Befreiungsschlag kommt Kotkansalo mutterseelenalleine im Slot an die Scheibe und verwertet eiskalt zum 1:0 für die Gäste. Der HCP lässt sich dadurch jedoch nicht vom Gameplan abbringen und setzt den Kasten von Nicolas Wieser beinahe unter Dauerdruck. In der fünften Minute knallt ein satter Schuss von Rueschhoff ans Torgehäuse und auch im ersten Powerplay der Finalserie, welches der HCP souverän aufzieht, landet ein Schuss von Purdeller am Außenpfosten, während Ticar kurz darauf die Scheibe mit der Backhand nur knapp am Tor vorbeihebt. Auch Saracino lässt in den folgenden Minuten zwei Großchancen aus und in der 13. Minute haben die gut 3000 Schwarz-Gelben in der Arena bereits den Torschrei auf den Lippen, bei einer tollen Angriffskombination des HCP geht der Abschluss von Bardreau zwar durch die Beine von Wieser, springt jedoch vom Innenpfosten ins Feld zurück. Auch ein zweites Powerplay des HCP bringt nichts ein, weshalb das erste Drittel mit der glücklichen Gästeführung zu Ende geht.
Im zweiten Drittel geht es zunächst in derselben Tonart weiter, der HCP drückt, aber die 99ers bleiben im Konter stets gefährlich. Gleich in der Startminute beißen sich Lipon und Bowlby bei einer Doppelchance die Zähne am bärenstarken Wieser aus und auch kurz darauf ist bei einem 2 gegen 1 Gegenstoß von Purdeller und Bowlby bei Wieser Endstation. Nachdem Pasquale bei gefährlichen Kontern von Currie und Huber stark reagiert, hat Di Tomaso noch einmal den Ausgleichstreffer auf der Schaufel, scheitert aber erneut an Wieser. Der Chancenwucher des HCP rächt sich schließlich: nach einem fragwürdigen Pfiff dürfen auch die 99ers erstmals im Powerplay agieren und kurz vor Ablauf des Überzahlspiels trifft Hora mit einem perfekten Onetimer ins kurze Eck und erhöht damit entgegen dem Spielverlauf auf 2:0. Dieser Tiefschlag zeigt Wirkung, die Hausherren kommen nun aus dem Konzept und Graz schraubt das Ergebnis mit einer Direktabnahme von Bailen nach einem Bullygewinn und einem Treffer von Rückkehrer Anders Koch das Ergebnis zum viel zu hohen 0:4 nach zwei Dritteln in die Höhe.
Damit ist die Vorentscheidung in diesem Spiel gefallen, im Schlussdrittel spielen die Gäste den Vorsprung routiniert über die Zeit und Nick Swaney erhöht sogar noch auf 5:0, ehe dem HCP in der Schlussoffensive doch noch der hochverdiente Ehrentreffer gelingt: nach schönem Zuspiel von Austin Rueschhoff schiebt Adam Almquist zum 1:5 ein.
Weiter geht es bereits am Sonntag um 16.30 Uhr im Grazer „Bunker“ mit Spiel 3 der Finalserie. Vor 200 mitreisenden Schlachtenbummlern wird der HCP alles in die Waagschale werfen, um endlich den ersten Sieg in der Serie zu feiern. Auf geht’s Wölfe, kämpfen und siegen!