Nach der Rückeroberung der Tabellenführung mit dem Heimsieg gegen die Innsbrucker Haie will der HC Falkensteiner Pustertal beim Auftaktspiel der nächsten “Englischen Woche” den Platz an der Sonne verteidigen und tritt auswärts zum Spitzenspiel gegen Olimpija Ljubljana an. HCP-Coach Jason Jaspers steht der volle Kader zur Verfügung, Ivan Deluca nimmt erneut als überzähliger Spieler erneut auf der Tribüne Platz. Bei den Slowenen kehrt Stammgoalie Lukas Horak nach längerer Auszeit wieder ins Team zurück, dafür fehlt Topscorer Nicolai Meyer.
Die Wölfe starten in Laibach mit Vollgas, drücken Olimpija tief ins eigene Drittel und setzen mit gefährlichen Abschlüssen von Rueschhoff, Ticar und einem verdeckten Wristshot von Neuzugang Adam Almquist erste kräftige Ausrufezeichen. Erst nach rund acht Minuten muss Pasquale bei einem halbhohen Schuss ernsthaft eingreifen, Ljubljana findet nun besser ins Spiel. Doch während Bruneck weiterhin das Tempo bestimmt, schlagen die Slowenen plötzlich zu: Gregorc feuert von der blauen Linie, TJ Brennan fälscht unhaltbar ab – 1:0 aus dem Nichts. Die Wölfe zeigen aber sofort eine Reaktion – Bowlby und Bardreau erzwingen bei einem energischen Angriff ein Foul, im anschließenden Powerplay feuern die Schwarz-Gelben aus allen Lagen, ohne jedoch zur ganz großen Chance zu kommen. Der HCP bleibt dran, rackert und kämpft weiter und wird schließlich belohnt: Ein Weitschuss von Austin Osmanski geht am Tor vorbei, prallt von der Bande zurück vor den Kasten, und Rok Tičar schaltet am schnellsten und staubt zum verdienten 1:1 ab.
Der Mittelabschnitt beginnt deutlich ausgeglichener, beide Teams kommen zu guten Möglichkeiten, ohne jedoch wirklich zwingend zu werden. Doch dann kippt die Partie: Im Powerplay zieht Mašić von der blauen Linie ab, Šimšič fälscht im Slot unhaltbar zum 2:1 ab. Und nur Sekunden später der nächste Schock – ein Schuss von TJ Brennan wird erneut von Šimšič abgefälscht und springt über die Schulter eines HCP-Verteidigers zum 3:1 ins Netz. Die Wölfe antworten sofort: Frycklund scheitert im Alleingang an Horak, Osmanski trifft kurz darauf nur Metall. Doch statt des Anschlusstreffers folgt die nächste kalte Dusche – Lovro Kumanovič überwindet Pasquale am kurzen Eck und stellt auf 4:1. Bruneck zeigt Moral und bleibt dran: Jon Blum erobert im Forecheck die Scheibe und bedient Luca Zanatta, der freistehend zum 4:2 verkürzt. Die Wölfe drücken weiter, Rueschhoff nach einem weiteren Breakaway und Lipon aus kurzer Distanz bringen Horak zunehmend ins Schwitzen. Ein Powerplay für den HCP bleibt trotz guter Einschussmöglichkeiten für Blum (2x von der blauen Linie), Tičar (bringt die Scheibe gefährlich in den Slot) und Frycklund (aus der Nähe) ungenutzt. Kurz vor der Sirene kombinieren sich Tičar und Ierullo traumhaft vors Tor, können aber nicht sauber abschließen. In den Schlussminuten des Drittels drückt Bruneck vehement, während sich Ljubljana tief zurückzieht und den Vorsprung in die Pause rettet.
Der Schlussabschnitt beginnt mit einem frühen Schreckmoment: Ljubljana fährt einen brandgefährlichen 2-gegen-1-Konter, bei dem Žiga Pance das 5:1 bereits auf der Schaufel hat. Kurz darauf bietet sich den Wölfen im Powerplay nach einem Bandencheck von Kirichenko gegen Ierullo die Chance zur Aufholjagd, doch Olimpija verteidigt eng und lässt kaum Abschlüsse zu. Erst unmittelbar nach Ablauf des Überzahlspiels wird es richtig gefährlich, als Di Tomaso alleine auf Horak zuläuft, aber am starken Schoner des Schlussmanns scheitert. Dann folgt der nächste Rückschlag: Bowlby muss nach einem Crosscheck vom Eis, und der HCP steht zum zweiten Mal an diesem Abend in Unterzahl. Die Schwarz-Gelben aber arbeiten diszipliniert, halten die Räume eng und überstehen die heikle Phase unbeschadet. Kaum ist die Strafe abgelaufen, schlägt Bruneck zu – Alex Ierullo zieht aus der Distanz ab, Horak ist die Sicht verstellt, und plötzlich steht es nur noch 4:3. Doch der Hoffnungsschub währt nicht lange. Acht Minuten vor Schluss bekommt die HCP-Defensive nach wildem Gestocher den Puck nicht weg, Neuzugang Andrew MacWilliam setzt entschlossen nach und trifft aus spitzem Winkel zum 5:3 – sein erster Treffer im Trikot der Drachen. Bruneck muss nun alles riskieren: Lauridsen versucht es aus der Distanz, später bricht Jaka Sodja im Alleingang durch und kann nur regelwidrig gestoppt werden – die Schlussoffensive der Wölfe wird erneut von einer Unterzahl gebremst. Auch diese übersteht der HCP, und eineinhalb Minuten vor Ende macht Pasquale für einen sechsten Feldspieler Platz. Doch statt des Anschlusstreffers folgt die endgültige Entscheidung: Ausgerechnet Ex-Wolf Alex Petan trifft ins leere Tor und besiegelt den 6:3-Endstand für Olimpija Ljubljana.
Für die Wölfe heißt es nun: Niederlage abhaken, Kräfte bündeln und nach vorne schauen. Gelegenheit zur schnellen Wiedergutmachung gibt es bereits am Freitag 28.11. um 19:45 Uhr, wenn die Vienna Capitals in der Intercable Arena gastieren . Zwei Tage später folgt beim Family Day am Sonntag um 16:00 Uhr das nächste Heimspiel gegen die Pioneers Vorarlberg, bei dem die Schwarz-Gelben nicht nur drei Punkte, sondern auch positive Energie für die kommenden Wochen sammeln wollen.