Derbypleite gegen Bozen

Zwei Tage nach der Heimpleite gegen die Pioneers Vorarlberg steht heute ein echter Kracher auf dem Programm, in der seit Wochen restlos ausverkauften Intercable Arena gibt sich der HCB Südtirol Alperia ein Stelldichein. HCP-Coach Jason Jaspers lässt die Linien beinahe unverändert, er muss lediglich auf die Dienste des verletzten Adam Almqvist verzichten. Bei den Boznern fehlt Mark Barberio.

 

Die Wölfe starten hochkonzentriert ins Derby und setzen früh offensive Akzente. Austin Rueschhoff prüft Sam Harvey gleich zu Beginn, wenig später sorgt Bowlby im Slot für Unruhe, doch die Bozner Abwehr kann klären. Auch Pasquale wird erstmals gefordert und entschärft einen Abschluss von Cole Schneider. Der HCP kommt immer wieder zu guten Aktionen, ein Querpass von Rueschhoff auf Purdeller verfehlt nur knapp sein Ziel, im ersten Powerplay für die Hausherren bleibt es bis auf eine Möglichkeit von Purdeller jedoch ruhig. Die größte Chance des Drittels hat Henry Bowlby, der Harvey im Breakaway bereits ausspielt, den Puck aber nicht im leeren Tor unterbringt. Auf der Gegenseite scheitert DiGiacinto an Pasquale, während Ierullo und Rueschhoff weitere Abschlüsse nicht verwerten können. Kurz vor der Pause trifft Mantenuto nur den Pfosten – torlos, aber intensiv geht es mit einem 0:0 in die erste Drittelpause.

 

Das zweite Drittel startet mit einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung gegen Eddie Pasquale. Im anschließenden Unterzahlspiel wächst der HCP-Goalie über sich hinaus, fischt einen Schuss von Mantenuto aus dem Kreuzeck und hat wenig später Glück, als Bradley nur den Außenpfosten trifft. Sekunden vor Ablauf der Strafe ist Pasquale dann doch geschlagen: DiGiacinto zieht aus zentraler Position ab und bringt Bozen mit 0:1 in Führung. Die Wölfe zeigen jedoch sofort Moral. Tommy Purdeller setzt sich stark durch, lässt einen Verteidiger aussteigen und trifft mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck zum 1:1-Ausgleich. Kurz darauf enteilt Henry Bowlby seinen Gegenspielern, kann den Konter aber unter Bedrängnis nicht vollenden. Das Derby nimmt nun richtig Fahrt auf: Nach einem Abwehrfehler staubt Bradley zur erneuten Bozner Führung ab, doch nur zwölf Sekunden später antwortet der HCP erneut – abermals ist es Purdeller, der zum 2:2 einschießt. Die Wölfe bleiben in dieser Phase das aktivere Team, Bowlby sorgt im Torraum für Gefahr, Osmanski scheitert nach feiner Vorarbeit von Rueschhoff und Tičar an Harvey. Auf der Gegenseite hält Pasquale mit starker Beinarbeit gegen Mantenuto und Gildon – ein hochintensives Derby geht mit 2:2 in die zweite Pause.

 

Im Schlussabschnitt agieren beide Teams zunächst mit viel Vorsicht und sind darauf bedacht, keine Fehler zu machen. In der 45. Minute unterläuft den Wölfen dann jedoch ein folgenschwerer Patzer: Eddie Pasquale lässt einen Schuss von Bradley zur Seite prallen, Luca Frigo steht goldrichtig und schiebt unbedrängt zum 2:3 ein. Der HCP sucht sofort die Antwort, doch ein Handgelenkschuss von Austin Osmanski landet nur am Pfosten. Kurz darauf schwächen sich die Wölfe selbst: Nach einem ziemlich unnötigen Foul muss Ierullo auf die Strafbank, und die Foxes schlagen eiskalt zu. Nur 13 Sekunden im Powerplay zieht Gildon von der blauen Linie ab, Pollock fälscht unhaltbar zum 2:4 ab. Die Pusterer geben sich nicht geschlagen. Nachdem Bardreau nur regelwidrig zu stoppen ist, bleibt das folgende Powerplay zwar ohne Ertrag, wenig später verkürzt der HCP aber dennoch: Saracino spielt im Konter einen perfekten Pass auf Mikael Frycklund, der Harvey mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck bezwingt – 3:4. In der Schlussphase werfen die Wölfe alles nach vorne, Purdeller und Ierullo lassen gute Chancen liegen. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nimmt Coach Jaspers ein Timeout und Pasquale verlässt zugunsten eines sechsten Feldspielers das Eis. Trotz mehrerer Möglichkeiten bringt ein Puckverlust von Saracino die Entscheidung: Shane Gersich trifft 40 Sekunden vor der Sirene ins leere Tor zum 3:5. Damit endet das 101. Derby mit einer bitteren Niederlage für den HC Pustertal.

 

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den Wölfen nicht. Bereits am Montag wartet mit dem Auswärtsspiel beim Tabellenführer EC KAC die nächste große Herausforderung. In der Heidi-Horten-Arena trifft der HC Pustertal auf ein äußerst formstarkes Team, das trotz personeller Sorgen nur schwer zu knacken ist. Auf geht’s Puschtra, kämpfen und siegen!

Andreas Baumgartner

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