Hockeyclub Pustertal

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Halbzeit Interview Luciano Basile

Trainer Basile, wir gehen Richtung „Halbzeit“, wenn man die Vorbereitung mit einbezieht. Gibt es eine Art Zwischenbilanz?

Zunächst finde ich es positiv, dass wir alle Spiele gespielt haben. Die ganze Saison ist ja eine Art Erlebnisreise, wir sind bisher von größeren Turbulenzen verschont geblieben. Die Leistungen stufe ich als teils gut und manchmal sehr gut ein. Ich gebe zu bedenken, dass wir wichtige, zahlreiche und langwierige Absenzen zu kompensieren hatten. Wir haben öfters gepunktet, wenn wir nicht so gut gespielt, dafür aber großen Willen gezeigt haben. Auch aus enttäuschenden Abenden kann man lernen, eine Saison besteht aus verschiedenen Schlüsselmomenten. Deshalb bin ich zufrieden – es geht in die richtige Richtung, wir haben aber noch viel Arbeit vor uns.

Die spielerischen Schwierigkeiten waren im Oktober/November über nicht zu übersehen. Woran lag’s?

Das Spiel mit 4 Linien wird immer wichtiger im modernen Eishockey. Ich habe einen anspruchsvollen Plan, der etwas Geduld verlangt. Die dritte und vierte Linie soll nicht nur den Puck befreien und für Entlastung sorgen, sondern auch in wichtigen Spielsituationen auf dem Eis sein und entscheiden können. Dazu braucht es Selbstvertrauen, ausgeglichene Zusammenstellung und Spieler, die mein System verinnerlichen. Hier waren wir noch nicht von Anfang an bereit. Es ist mir wichtig, dass auch die Fans und Sponsoren über unsere Intentionen informiert sind, und die Entwicklung verfolgen können.

Gab es mit der Ankunft eine positive Überraschung hier im Pustertal?

Ich dachte aus einer Meisterschaft zu kommen, die vielleicht über der AlpsHL einzustufen ist. Ich habe aber gemerkt, dass die Organisation rund um mich herum so gut ist, dass ich mich auf meinen Job perfekt konzentrieren kann. Auf allen Ebenen werde ich stark unterstützt: Heini Degilia (Material) und seine Gruppe, Patrick Bona (Sportvorstand), René Baur, Matej Hocevar (Coaches), Sekretariat, die Physiotherapeuten und Ärzte sind unglaublich präsent in diesem Verein. Diese starke Form von Volontariat kannte ich aus Frankreich nicht. Auch die Arbeitsethik der berufstätigen und studierenden Spieler imponiert mir. Sie schultern die Doppelbelastung mit viel Disziplin.

Wie haben sie bisher die Liga gesehen? Es scheint einmal mehr ein enges Rennen im Spitzenfeld zu werden…

Wir haben noch nicht alle Gegner gesehen, der Spielplan bringt uns viele direkte Konkurrenten erst später. Beinahe jedes Team verfügt über eine starke Top-10-Spieler. Ich komme zurück auf meinen Ansatz vorhin und behaupte: es werden sich jene durchsetzen, die über ausgeglichene vier Linien verfügen.

Die Weihnachtszeit gilt als überaus anstrengend für die Eishockeyprofis. Wie finden sie die Balance zwischen Hektik und Gelassenheit?

Egal ob Coaches, Staff, Spieler oder Fans: jeder liebt die Weihnachtswochen mit den vielen Matches. Die Trainings werde ich etwas dosieren, dennoch sind wir auch an Feiertagen auf dem Eis sowie beim Videostudium. Natürlich genießt dann auch jeder dazwischen die Zeit mit den Liebsten.

Sie sind mit 3 Kindern und Frau Isabelle hier. Es gab bestimmt ein einfacheres Jahr als dieses, um in eine neue Stadt zu ziehen, oder?

Scheinbar liebe ich die komplizierten Dinge (lacht)… Die französische Liga steht still, ich bin froh hier zu sein. Auch für meine Familie war es ein guter Schritt, alle fühlen sich wohl. Luca studiert per Homeoffice in der Universität. Die beiden kleinen Noah und Milo gehen hier, eine Neuheit, plötzlich gerne zur Schule und lernen neue Sprachen. Kurzum: der Umzug von Frankreich nach Bruneck war eine gute Entscheidung.

Patrick Kirchler