Im zweiten Spiel der Halbfinalserie auf dem Rittner Hochplateau ist dem HCP die Revanche für die Heimniederlage am Dienstag geglückt. In einer bis in die letzte Sekunde spannenden Partie siegten die Wölfe schlussendlich knapp mit 3:4. Dabei schien alles schon auf einen ruhigen Abend hinauszulaufen, da der HCP bereits mit vier Toren in Führung lag. Am Ende zitterten sich die Wölfe zu dem so wichtigen ersten Sieg in der Halbfinalserie.
Coach Richer setzte auf seine vertrauten Linien. Devos spielte an der Seite von Oberrauch und Scandella, Rizzo an der Seite von Andergassen und Bona und Schweitzer kam mit Berzins und Tauber zum Einsatz. Vor allem die Linie mit Rizzo, Andergassen und Bona sorgte am heutigen Abend vermehrt für Kopfzerbrechen in der Rittner Abwehr, was sich auch in der Torschützenliste widerspiegelte. Diese Angriffslinie war nämlich für drei der vier Pusterer Treffer am heutigen Abend verantwortlich. Das Spiel wurde von beiden Seiten hart geführt. Auch Goalie Kuhn wurde am heutigen Abend des Öfteren hart angegangen. Das Spiel der Wölfe begann programmgemäß – bereits nach knapp sieben Minuten schloss Berzins eine schöne Einzelaktion mit einem strammen Schuss ins lange Kreuzeck erfolgreich ab. Nur fünf Minuten später stand es bereits 0:2. Andergassen profitierte dabei von der Verwirrung in der Rittner Abwehr nach einem hängengebliebenen Schuss von Rizzo. Dieser zweite Treffer fiel genau in eine Drangperiode der Hausherren in der Johansson alleine vor Kuhn die beste Chance zum zwischenzeitlichen Ausgleich verpasste. Das erste Drittel endete mit einem Powerplay für den HCP, das allerdings nichts einbrachte.
Auch im Mittelabschnitt hatten die Wölfe zunächst alles unter Kontrolle. Nach nur vier Minuten konnte Rizzo auf 0:3 erhöhen, nachdem Weinhandl einen Schuss von Andergassen direkt vor den Schläger des HCP-Angreifers abgewehrt hatte. Es hatte den Anschein als würde heute nur der HC Pustertal die Tore schießen: Die Rittner ließen auch beste Tormöglichkeiten aus, So scheiterte erst Felicetti im Alleingang an Kuhn, dann brachte auch Tudin in Unterzahl die Hartgummischeibe nicht am HCP-Goalie vorbei. Wie bereits erwähnt, vor allem die HCP-Linie um Rizzo, Andergassen und Bona machte es besser. Knapp zwei Minuten vor der zweiten Sirene sorgten sie mit Tor Nummer vier für die vermeintliche Vorentscheidung und Jubel in Reihen der mitgereisten HCP-Fans. Der Freude tat auch der unmittelbar danach erzielte erste Treffer der Rittner noch keinen Abbruch. Man hatte ja scheinbar noch genügend Polster für das letzte Drittel.
Das Schlussdrittel stand ganz im Zeichen der Rittner Buam. Die Hausherren setzten alles auf eine Karte und schnürten die Wölfe über beinahe 20 Minuten im eigenen Drittel ein. Es war nur eine Frage der Zeit, bis weitere Tore fallen würden. Simon Kostner war es der das zweite Tor der Rittner erzielte. Das dritte Tor nach 53:57 Minuten ging auf das Konto von Ansoldi, der ein schönes Zuspiel von der linken Seite verwertete. Was dann folgte. waren die wohl längsten sechs Minuten der bisherigen Saison. Ritten drängte auf den Ausgleich, der HCP verteidigte mit Mann und Maus. Schlussendlich blieb es bei dem knappen, aber aufgrund der Kaltschäuzigkeit der Pusterer Angreifer, wohl verdienten Sieg der Wölfe.
Torschüsse: Ritten 31 (7, 10, 14) – Pustertal 34 (15, 11, 8)
Strafminuten: Ritten 10 (6, 2, 2) – Pustertal 12 (4, 4, 4)
Das Endergebnis der zweiten Halbfinalbegegnung: Mailand – Asiago 1:4
Viel Zeit, um zu verschnaufen gibt es freilich nicht, steht bereits am Samstag Spiel drei der Halbfinalserie, diesmal wieder zuhause in Bruneck, auf dem Programm. Die Partie wird bereits um 19.30 Uhr angepfiffen. Die Wölfe müssen an die Leistung der ersten beiden Drittel des heutigen Abends anknüpfen und den ersten Heimsieg der Halbfinalserie in Bruneck feiern.