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Fiat Professional Wölfe - HC Bozen Foxes 2:1 n. V. (0:1, 1:0, 0:0, 1:0)

Wölfe sind den Füchsen um eine Nasenlänge voraus

Die Blicke waren am heutigen 31. Spieltag nach Bruneck gerichtet, wo das Schlagerspiel zwischen den Fiat Professional Wölfen - mit Wolfsgruber GmbH als Rundensponsor – und deren ersten Verfolger HC Bozen auf dem Programm stand. Schon seit Tagen herrschte im ganzen Tal Ausnahmezustand. Das 160. Derby zwischen den beiden Kontrahenten, für welches es bereits einen Tag vorher keinen Tickets mehr gab, mobilisierte die Massen und zog sie in ihren Bann. Die Erwartungshaltung war demnach bereits im Vorfeld groß und auf den zum Bersten gefüllten Rängen der Kultstätte an der Rienz herrschte eine geladene Stimmung.

Das Spitzenspiel zwischen den derzeit wohl besten Teams der Liga wurde allen Erwartungen gerecht und war beste Werbung fürs italienische Eishockey. In einer bis zur letzten Sekunde spannenden Begegnung setzten sich schlussendlich, wenn auch glücklich, die Hausherren durch. Beide Mannschaften agierten in der taktisch geprägten Partie aus einer gesicherten Defensive heraus und spielten äußerst diszipliniert.

Wölfe-Coach Teppo Kivelä konnte heute nach einem Monat Verletzungspause wieder auf Patrick Bona zurückgreifen, musste aber weiterhin auf Nate DiCasmirro verzichten. Die Gäste reisten indes in Bestbesetzung an.

Das Spiel begann mit einer Gedenkminute für den kürzlich im Alter von 78 Jahren verstorbenen Fritz Crepaz. Er gehörte 1954 der Brunecker Gründungsmannschaft an, war einer der letzten Pioniere und leitete etliche Spiele als Schiedsrichter.
Am Anfang begegneten sich die beiden Teams auf Augenhöhe, wenn auch die Gäste die ersten wirklich gefährlichen Torchancen vorfanden. Als die Wölfe gegen Mitte des Drittels in doppelter Überzahl spielten, kreuzten auch sie erstmals richtig gefährlich vor den Gäste-Tor auf. Matt Kelly mit einem Distanzschuss und Max Oberrauch mit einem Schlenzer aus zentraler Position hatten in dieser Zeit den ersten Treffer auf der Schaufel. Die Führung gelang dann allerdings auf der Gegenseite. Christian Borgatello nutze einen missglückten Ausflug von Wölfe-Goalie Mikko Strömberg und schoss die Gäste in Front. Nur wenige Sekunden später fast genau dieselbe Situation, als jedoch wenige Millimeter zum zweiten Bozner Treffer fehlten.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts kam Max Oberrauch im Powerplay binnen weniger Sekunden zwei Mal zum Abschluss, er blieb aber erfolglos. Wenig später scheiterte der Bozner-Angreifer MacGregor Sharp in Überzahl am Pfosten. Die Wölfe drückten nun aber immer mehr auf den Ausgleich, der schließlich in der 14. Spielminute auch gelang. In Überzahl bezwang Joe Jensen Bozens-Schlussmann Matthew Zaba, der bei einem flachen Schuss aus der zweiten Reihe bei verdeckter Sicht keine Abwehrmöglichkeit hatte. Fünf Minuten vor dem zweiten Pausentee konnte Christian Willeit den Bozner Stefano Giliati nur durch ein Foul stoppen. Beim darauf fälligen Penalty scheiterte der ansonsten so treffsichere Angreifer allerdings, es blieb also beim 1:1.

Die Startminuten im letzten Drittel gehörten den Gästen. Bozen war in diesen Minuten leicht überlegen konnte aber nichts Zählbares daraus schlagen. In der elften Minute traf Anton Bernard nur die Querlatte, ehe kurz vor der dritten Schlusssirene auch Mark McCutcheon die Torumrandung im Weg stand. In der Schlussphase der regulären Spielzeit kamen die Wölfe wieder besser in Schwung, die Entscheidung blieb aber vorerst aus.

Der Vizemeister suchte in der Verlängerung die schnelle Entscheidung. Olivier Magnan bot sich bereits nach gut einer Minute eine gute Chance, gegen den starken gegnerischen Goalie gab es aber nichts zu holen. 54 Sekunden vor dem Ende der Overtime fiel schlussendlich zur Freude der gut 2.000 Zuschauern die Entscheidung. Die Spielscheibe prallte nach einem Schuss von Max Oberrauch auf den Schlittschuh eines Bozner-Verteidigers und fand so, wenn auch etwas glücklich, den Weg zur Entscheidung ins Tor. Die Wölfe sicherten sich damit den Zusatzpunkt, wodurch sie die Führung in der Tabelle auf zwei Zähler ausbauten.

Torschützen: 0:1 BORGATELLO C. (Knackstedt J., Sharp M.) 14:19, 1:1 (PP) JENSEN J. (Cullen J., Watson R.) 33:35, 2:1 OBERRAUCH M. (Kelly M., Bona P.) 64:06;

Torschüsse: Wölfe 36 (12, 12, 9, 3) - Bozen 32 (11, 8, 11, 2)

Strafminuten: Wölfe 4 (2, 2, 0, 0) - Bozen 12 (6, 4, 2, 0)

Die weiteren Endergebnisse des heutigen Spieltags: Sterzing - Valpellice 5:3, Alleghe - Ritten 3:2 n. P., Asiago - Fassa 1:4, Cortina - Pontebba 1:4

Das nächste Match bestreiten die Fiat Professional Wölfe am Samstag, den 7. Januar 2012 um 20.30 Uhr auswärts gegen den derzeit viertplatzierten Altmeister Cortina. Nach einem mehr als gelungenen Saisonstart brach die Mannschaft von Coach Stefan Mair zuletzt etwas ein und fiel in der Tabelle einige Plätze zurück. In den verbleibenden fünf Spieltagen bis zur Gruppenteilung wird das Team nun alles daran setzten, um sich einen Platz in der Spitzengruppe zu erkämpfen. Auf Matt Kelly & Co. wartet also am Samstag kein leichter Gang nach Belluno.

Nun steht auch fest wo die diesjährige Auflage des „Final Four“ des Italienpokals über die Bühne geht. Zum vierten Mal in Folge wird der Pokalwettbewerb in der Bozner Eiswelle ausgetragen. Die Fiat Professional Wölfe treffen am Samstag, den 14. Januar 2011 um 17.00 Uhr auf Cortina, ehe am Abend im anderen Halbfinale zwischen Bozen und Alleghe der zweite Finalteilnehmer ermittelt wird. Das Endspiel, welches live im Fernsehen übertragen wird, findet am darauf folgenden Tag, also am Sonntag, den 15. Januar 2011 um 20.30 Uhr statt.

Philipp Hofer

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